Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und peilt Stadtweite Treibhausgasneutralität bis 2045 an

Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und peilt Stadtweite Treibhausgasneutralität bis 2045 an
Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und peilt Stadtweite Treibhausgasneutralität bis 2045 an | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat ein überarbeitetes Integriertes Klimaschutzkonzept beschlossen, das den Weg zu einer treibhausgasneutralen Stadt bis 2045 skizziert. Zugleich bleibt das Ziel bestehen, die städtischen Betriebe und Einrichtungen möglichst bis 2040 klimaneutral zu betreiben. Der Magistrat hat dem Konzept zugestimmt, die Stadtverordnetenversammlung wird in einer öffentlichen Sitzung am Montag, 9. Februar, ab 17 Uhr darüber beraten.

Ziele und rechtlicher Rahmen

Das neue Konzept setzt die bundes und landespolitischen Vorgaben um. Es orientiert sich an den Zielvorgaben des Bundes Klimaschutzgesetzes und des Hessischen Klimagesetzes, die eine Netto Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 vorsehen. Auf kommunaler Ebene knüpft das Papier an einen früheren Beschluss aus dem Jahr 2019 an, der die Klimaneutralität der städtischen Unternehmung bis 2040 anstrebte. Mit der Fortschreibung wird dieses Ziel auf die gesamte Stadt ausgeweitet.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky bezeichnet das Konzept als wissenschaftlich fundierten Fahrplan, der ambitioniert, aber im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten umsetzbar sein soll. Die Stadt sieht Klimaschutz als Querschnittsaufgabe, die Bereiche wie Bildung, Energie, Mobilität und Wirtschaftsförderung betrifft und in der Verwaltung dauerhaft verankert werden muss. Im Juni 2025 wurde zudem eine Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen, die nachhaltige Stadtentwicklung als Leitlinie verbindlich macht.

Inhalte, Bilanzierung und Beteiligung

Das Klimaschutzkonzept ist eine Fortschreibung des ersten Konzepts von 2013. Es basiert auf aktualisierten Daten und berücksichtigt Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt wurden, etwa Beratungsangebote, den Ausbau erneuerbarer Energien auf städtischen Liegenschaften und die institutionelle Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung. Veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen und neue klimapolitische Zielvorgaben machten eine Aktualisierung erforderlich.

Erarbeitet wurde eine detaillierte Treibhausgasbilanz, daraus abgeleitet werden Einspar und Ausbaupotenziale benannt. Demgegenüber stehen zwei Szenarien: ein Szenario, das Weiter wie bisher beschreibt, und ein Zielszenario mit den geplanten Maßnahmen. In einem gesamtstädtischen Beteiligungsprozess wurden in fünf zentralen Handlungsfeldern insgesamt 50 konkrete Maßnahmen entwickelt. Ein Monitoringkonzept sieht vor, die Umsetzung regelmäßig zu überprüfen und die Ergebnisse transparent zu machen. Das Konzept ist als dynamischer Prozess angelegt und soll fortgeschrieben werden.

Umsetzung, Finanzierung und politische Schritte

Die Umsetzung der Maßnahmen ist an die Bereitstellung von Mitteln und an künftige Haushaltsbeschlüsse gebunden. Der Magistrat wurde beauftragt, die Vorschläge bei der weiteren Mittel und Stellenplanung zu berücksichtigen. Die Zustimmung des Magistrats ist ein Zwischenschritt; die abschließende Debatte und Beschlussebene ist die Stadtverordnetenversammlung.

Mit dem vorgelegten Konzept legt die Verwaltung einen strukturierten Rahmen vor, wie Treibhausgasemissionen systematisch erfasst, reduziert und durch den Ausbau erneuerbarer Energien kompensiert werden können. Konkrete Investitionsentscheidungen und Zeitpläne hängen jedoch von den politischen Beschlüssen und der finanziellen Ausstattung in den kommenden Haushaltsjahren ab.

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